Kultur und Floßfahrt im Frankenland
am
2.8.2008
Etwas Besonderes hatten sich im August die Organisatoren der Büttelborner Naturfreunde einfallen lassen. „Auf dem Floß, da ist was los“ , unter diesem Motto wurde eine Floßfahrt auf dem Main organisiert. 75 Naturfreunde folgten diesem Ruf und machten sich mit dem Bus auf die Reise nach Mainfranken.
Als erstes Ziel steuerten die Naturfreunde in
Bibergau, 50 km vor Würzburg, das
dortige Wasserschloss an. Es wurde im 16.
Jahrhundert von den Johannitern errichtet und später von dem fränkischen
Rittergeschlecht „Fuchs zu Bimbach“ bewohnt. Die langjährige landwirtschaftliche
Nutzung hinterließ immer noch sichtbare Spuren, aber der heutige bürgerliche
Besitzer hat das Schloss mit neuem Leben erfüllt und setzt eine behutsame
denkmalschutzgerechte
Restaurierung der Gebäude und der Anlagen um. Im
mittelalterlichen Flair speisten die Naturfreunde und ließen sich vom Burgherrn
anschließend die Geschichte und das neue kulturelle und gastronomische Konzept
erklären.
So gestärkt ging es nach Dettelbach, ein
mittelalterliches Städtchen und dem Eindruck,
dass hier die Welt noch in Ordnung
ist.
Durch kopfsteingepflasterte Straßen spazierten wir auf unserer geführten
Stadtbesichtigung vom schönen spätgotischen Rathaus, das über dem Bach „Dettel“
steht, zur fast vollständig erhaltenen Stadtmauer, mit ihren 30 Türmen und 2
Ausfalltoren. Hinter dem Marktplatz führte der Weg zur Stadtpfarrkirche St.
Augustin. In den alten Gassen findet man
zahlreiche malerische Fachwerkhäuser
und hat einen schönen Blick auf die herrliche fränkische Weinlandschaft.
Von hier aus ist es nicht mehr weit zu einer der
bedeutendsten fränkischen Wallfahrtskirche „Maria im Sand“, mit ihrer symbolhaften
Architektur und Ausstattung. Zur Stärkung
gab es unterwegs „Muskatziner“., ein
würziges Gebäck, speziell für die Wallfahrer erfunden. Am Nachmittag hieß es dann endlich „Leinen los“,
zu einer romantischen
Floßfahrt. Auf der Mainschleife ließen wir uns von der
Strömung treiben, vorbei an berühmten Weinlagen mit den schönen Namen
Eschendorfer Lump, Neuseser Glatzen oder Katzenkopf. In den Steillagen gedeihen
auf kalkhaltigen Böden hervorragende Riesling-, Traminer- oder Sylvanerweine. In
gemächlichem Tempo fuhr unser Floß durch die „reißenden“ Stromschnellen und
Katarakte des Altmains, mitten durch unberührte Natur und reizvolle Landschaft
mit alten
Flussauen, Weinberge und üppiger Flora und Fauna. Eine Häcker – Brotzeit, ein Weiß- oder Rotwein und, wer wollte,
auch edle Obstbrände sorgten für eine kurzweilige Fahrt. Fachkundig erklärte der
Kapitän die vorbeiziehende Landschaft und gab sinnige Trinksprüche und
Lebensweisheiten zum Besten.
Da in der Gegend von Volkach jede Woche eine
Weinfest gefeiert wird, packten wir die
Gelegenheit beim Schopf und besuchten in
Escherndorf das dortige Weinfest. In gemütlicher Runde wurde noch so manche
Flasche Wein geleert. Bei guter Stimmung neigte sich ein
erlebnisreicher Tag dem Ende zu.
Ein besonderer Dank für diese schöne Fahrt gilt
deshalb dem Vorsitzenden Karl Winkelmann und dem Organisator Heinz Vollhardt für
die vorbildliche Vorbereitung und Durchführung.
