Wanderung auf den Spuren von Kelten und Römern
im Pfälzer Wald.
am
11. Oktober 2009
Die schönen Sommersonnentage sind vorüber, das Wetter wird herbstlich.
Die
Natur wird nasser und die Wege seifiger, Regenkleidung gehört wieder zur Standartausrüstung
der Wanderer.
Also ist auch die sommerliche Tageswanderpause bei den Büttelborner
Naturfreunden vorbei und es kann wieder losgehen.
Nichts war es mit
der vom 1. Vorsitzenden Karl Winkelmann bei der Abfahrt versprochenen Sonne,
mit der die Naturfreunde bei ihrer Herbstwanderwoche in Tirol so üppig bedacht
wurden.
Trotzdem waren es fünfundfünzig wanderlustige Naturfreunde, die
sich zur Busabfahrt trafen, um den Weg in
die Pfalz anzutreten. Das vorgegebene Motto mit "Auf den Pfaden von Römern und Kelten"
hatte sie neugierig gemacht und alle waren gespannt, wie dies sich denn so gestalten
würde.
Als Startpunkt hatten die Wanderwarte Erwin Jockel und
Helmut Seidel in Bad Dürkheim das weithin bekannte "Dürkheimer Fass" vorgegeben, ein riesiges
hölzernes Relikt aus den 30 ziger Jahren, erbaut von einem Pfälzer Weingutbesitzer. Ob
der gute Mann nun kelitischer oder römischer Abstammung war, ist nicht mehr
nachzuvollziehen. 
Am Stadtrand ging es zunächst erst mal, wie von den Wanderwarten
angesagt, bergan hinein in den Naturpark Pfälzer Wald. Auf halber Höhe
hatte man sogleich an der Schäferwarte, einem Ruhepavillon, errichtet zu Ehren
eines bedeutenden Naturschützers der Region, einen weiten schönen Blick hinüber
in die Rheinebene. Durch den Pfälzer Wald prägende Kieferwälder kam man
später zum Krimhildenstuhl, einem mächtig wirkenden Steinbruch aus der Römerzeit.
Auf Hinweistafeln konnten die
Wanderer ersehen, dass die Namensbezeichnung aufgrund
der Ähnlichkeit eines riesigen Stuhls mit einer weiblichen Gestalt herrührt. Interessant
sind auch die in die Wände eingemeißelten Schriftzüge und Bildnisse aus der Bruchzeit
um das zweite Jahrhundert n. Ch. Hier sind u. a. Namen und Dienstränge von Arbeitern,
Söldnern oder Legionsführern sowie Tierbilder der damaligen Fauna erhalten
geblieben. Weiter auf dem Weg zum Dürkheimer Schützenhaus wurden fleißig die
Früchter der hier zahlreich vorkommenden Edelkastanie gesammelt. Die hiermit zu
füllenden
Bratenten wurden trotz
intensiver Suche nicht gesichtet. Über einen Waldlehrpfad wandernd
tauchte später am Waldrand das zweite Wahrzeichen aus der damaligen Zeit, das
Herrenhaus eines römischen Weinguts, auf. Vorzufinden sind hier ein nachempfundenes
Weingut und guterhaltene Mauer- und Säulenfragmente. Beachtung fanden
auch unter einer Kastanie gelagerte Steinsärge und weitere Fragmente aus der
damaligen Zeit.
Nun
war es bald nicht mehr weit zu dem in einer Senke gelegenen Zielort Ungstein.
Hier,
im Weingut Spielberg, war Wanderabschluss. Jede "Menge Pfälzer Saumägen"
und andere Leckereien wurden aufgetischt, wobei Erinnerungen aufkamen, dass
Altkanzler Kohl Staatsgästen dieses Pfälzer Nationalgericht auftischen ließ.
Da muß es ja allen geschmeckt haben.
Während nun eine Gruppe permanent
zum sofortigen Aufbruch aufforderte, wurde bei der fröhlichen Gruppe noch mal
schnell einer vom guten Pfälzer
geschlotzt. "Schee wars
allemol gewese." Da man trotzdem pünktlich zu Hause ankam, war
für so manchen Teilnehmer noch viel Zeit für einen langen Fernsehabend.
Etwas Erfreuliches:
Es konnten wieder zwei neue Mitglieder begrüßt werden. Der Verein spendierte
ein kleines Willkommenspräsent.
Die
nächste Wanderung ist am 08.11.2009 in der Nähe von Groß-Umstadt. Bitte
rechtzeitig anmelden.