Wanderung um Groß-Umstadt
am
08. November 2009
Die diesjährige November-Wanderung
führte die Büttelborner Naturfreunde wieder mal in den nördlichen Odenwald.
Die für
diese Tour zuständigen Wanderwarte Ingrid und Herbert Cezanne hatten einen
Kurs ausgesucht, der die Wanderer in östlicher Richtung in großem Bogen
zu Start und Ziel im Odenwälder "Weinort" Groß-Umstadt führen sollte.
Beginn für die neunundvierzig
Wanderfreunde war am dortigen Marktplatz. Später, am Ortsrand,
war auf
der Höhe schon die "Umstädter Weininsel" , ein am Hang gelegenes
kleineres Weinbaugebiet zu erkennen, das dem Vernehmen nach schon seit dem 10.
Jahrhundert Bestand hat. Beim Gang durch das Rebgelände kam sogleich die Frage
auf, ob dieses bei der Vermarktung nun zum Weinbaugebiet Bergstrasse oder
Mainfranken zugeordnet ist. Da die Meinungen hierzu sehr unterschiedlich waren,
traf später dann auf Befragen Wanderführer Herbert Cezanne (dafür
hat man ja diese
Führungskräfte)
die Entscheidung, dass dies mit neunundneunzigeinhalb Prozent das Gebiet
Bergstrasse sei. Basta! Nachdem dies Ergebnis nun allen Teilnehmern freudig verkündet
war -dem größten Teil der Wanderer war dies eh´Wurscht- ließ man sich sichtlich
erleichtert zur Brotzeit nieder. Der prächtig in allen goldbraunen Farbnuancen
leuchtende Herbstwald tat sein übriges dazu, dass die mitgebrachten deftigen "Worschtbrote"
so richtig herzhaft schmeckten, wobei ein paar gereichte "Hochprozentige"
dazu noch die Würze ergaben.
Den
Spendern sei hierfür gedankt.
Als nächstes wurde nun der auf halber Strecke
liegende Hexenplatz, einer, mit lustig bemalten Hexenbildern, Schutzhütte, erreicht.
Ein hier mannshoch aufgestellter Fliegenpilz fügte sich nahtlos in dieses Idyll
ein. Später am Waldrand genoß man einen schönen Weitblick hinüber auf
die herbstlichen Odenwaldhöhen. Gut hier zu erkennen der im
Vordergrund gelegenen Otzberg mit der hoch aufragenden Burg gleichen Namens.
Mit viel Phantasie war nun sogar das im Hintergrund gelegene Odenwalddörfchen
Semd zu sichten, berühmt und berüchtigt dadurch, daß in der Zeit
um
1800 hier im Gasthof "Zum Engel" Odenwald- und Spessarträuber Schinderhannes
mit seinen Ganoven wilde Feten gefeiert hat. In den Annalen besonders
erwähnt ist eine wilde Wirtshauskeilerei von Schinderhannes mit dem Odenwald-Räuber
Adam Häusner, der, wie alle wissen, Anno 1844 in Darmstadt wegen allerhand
Missetaten gehängt wurde. Mit all diesen Eindrücken ging es waldwärts wieder
Richtung Zielort Groß-Umstadt.
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Veteranen 1870/71 |
Zu erwähnen noch, dass Wanderfreundin
Erika Sack, sicher
angeregt durch den Anfangs erwähnten Fliegenpilz (höchst verdächtig!), im
letzten Waldstück schnell noch eine große Mahlzeit Pilze sammelte. (Erfreulich
zu berichten: Partner H. T. lebt noch!)
Im Abschlußlokal Weinhaus
Brücke-Ohl hats allen geschmeckt. Die Wirtin hat zu Ehren der Naturfreunde ihr Klavier
strapaziert, wobei Wanderfreunde Otmar Barthel und D. Nau mit "hellen klaren"
Stimmen nach Kräften mithalfen. (s. Foto u. li.) Schon aber kamen Befürchtungen auf,
daß durch solcherlei Darbietungen wiederum "Auswüchse" wie letztens
beim Pfälzer Wein
aufkommen
würden und sich die Rückfahrt wieder um ein paar Minuten verzögern würde. Die
berüchtigten Aufrufe "Auf gehts" kamen frühzeitig, so daß alle wieder
pünktlich zur besten Sendezeit zu Hause vor der Flimmerkiste sein
konnten.
Eine schöne Wanderung war´s. Den Wanderführern sei gedankt.
Die
nächste Wanderung ist am 06.12.2009 auf der Bonifatiusroute von Gedern nach
Lißberg in Oberhessen.
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