Radtour nach Bickenbach
                                                               am 9. Juli 2010
                                                  
(und darunter den Brezelkrieg)
                                              
                                            

Es war ganz schön heiß draußen, als sich ein paar Naturfreunde auf ihre Drahtesel schwangen, um eine im Jahresprogramm vorgegebene Tour in südlichere Gefilde Hessens anzutreten.
Siebzehn Leutchen waren´s, die meisten der Wanderfreunde hatten es vorgezogen, aus dem Liegestuhl heraus mit ihren Lieben zu leiden oder sie sind einfach des Radfahrens
nicht mächtig.
                         
Das Ziel hieß Bickenbach an der Bergstrasse. Als "Höhepunkt" der Hinfahrt durch eine unspektakuläre Landschaft kann die Frühstücksrast am Erlensee angesehen werden. Später in Bickenbach war es dann schon ein wenig interessanter, war doch hier die Besichtigung einer Imkerei vorgesehen. Der Imker, diesen Betrieb im Vollerwerb leitend, führte nach einem Einführungsvortag die Teilnehmer mit sehr anschaulichen Erklärungen durch seinen Betrieb. Hier erfuhr man viel Wissenswertes über Bienen und deren Honigproduktion. Wer z B. wußte schon, dass ein Imkereibetrieb dieser Größenordnung den ganzen Sommer über mit seinen Bienen in ganz Deutschland unterwegs ist, um seine Bienenvölker zu den unterschiedlichsten Blütenarten zu führen, damit er ganz artenspezivische Honige herstellen und dadurch auch besonders gut vermarkten kann. Auch die ganze Palette der Honigbearbeitung konnte anschaulich miterlebt werden. In einem gläsernen Schau-Bienenstock konnte man sogar die Bienenkönigin entdecken. Sie erkennt man am besten daran, dass sie etwas größer ist als ihre Untertanen und, im Gegensatz zu herkömmlichen Königinnen wie Elisabeth, Beatrix oder die " Büddelberner Spaschelkenischin", keine Krone trägt.
Nach dieser sehr interessanten Besichtigung und dem Kauf einiger Mitbringsel verschiedenster Honigprodukte aus dem Bienenhofladen wurde die Rückfahrt angetreten. Radelabschluss war in der TUS-Gaststätte in Griesheim.
                                                         
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Der Brezelkrieg      
                                               
oder auch .............
                                   ........... eine Reise nach Bad Kissingen
                                  
              am 13. Juli 2010 

So, und nun zur Vergnügungsfahrt 2010  mit dem "Brezeldrama" !
                                      (Man bedenke, hier geht es um Brezeln !)
Los ging es in einem Doppeldeckerbus, da sich sechzig Naturfreunde für diese Ausflugstour gemeldet hatten. Nach der Begrüßung durch den "Großen Vorsitzenden" des Vereins, Karl Winkelmann, wurde anschließend der umfangreiche Programmverlauf der Fahrt bekannt gegeben. Dieser beinhaltete, dass die Teilnehmer am Zielort Bad Kissingen knapp fünf Stunden Zeit hätten und jeder tun und lassen könne was er wolle. Als weiterer  Höhepunkt sei im Anschluss daran eine Brauereibesichtigung in Motten in der bayerischen Rhön vorgesehen. Die Heimfahrt werde rechtzeitig angetreten.
Da Bad Kissingen sehr schöne Parkanlagen hat, einen Rosengarten mit Rosen sein Eigen nennt und auch das Städtchen selbst sehr beschaulich und recht übersichtlich wirkt, hatten die Teilnehmer genügend Zeit, sich betulich umzuschauen.  Im Laufe der Erkundungsgänge begegnete man sich ein-, zwei-,drei-, vier- oder auch fünfmal,  winkte oder grüßte sich freundlich zu und freute sich schon auf die nächste Begegnung. Selbst zu einem Mittagshäppchen oder einer Tasse Kaffee reichte die Zeit.
Aber irgendwann musste Schluss sein mit Müßiggang.
Also gings auf in den Kampf, indem man zur Will-Bräu Besichtigung nach Motten aufbrach. Von den Rhönhöhen aus war schon bald das Örtchen auszumachen und alle waren gespannt, was die Brauerei ihren Besuchern denn so bieten könne. Vor allem im Hinblick darauf, daß im Tagesprogramm nichts von einem Abschlussessen zu hören war. Also mußte hier in dieser Hinsicht ja etwas zu erwarten sein. Und so war es dann auch.
Aber damit nahm das Schicksal seinen Lauf:
Schon bei der Ankunft stand der Braumeister bereit, um den Teilnehmern den Besuchsverlauf zu erklären. Wegen der Vielzahl der Besucher teilte er diese in zwei Gruppen auf, bat die erste Gruppe zur Brauereibesichtigung und die andere in den Bräukeller zur Vesper. Die Führung selbst war sehr interessant. Man lernte etwas über Hopfen und Malz, Leicht-, Hell-, Dunkel, Pils- oder auch Weihnachtsbier. Zwischen seinen Ausführungen konnte man aber auch heraushören, dass in der heutigen Zeit z.B. Maierbräu nicht immer Maierbräu ist. So kann es vorkommen, dass einem Stammtischbruder das "Müllerbier" in der Kneipe nebenan Scheiße schmeckt, er aber hier in seiner Stammkneipe sein "Maierbier" als das Beste weit und breit preist. Natürlich nicht wissend, dass es die selbe Brühe ist. Will heißen, dass das Brauereiwesen so verknüpft ist, dass eine Biermarke in unterschiedlichsten Brauereien, u.a. auch nach deren eigenem Hausrezept hergestellt wird. Die nach Biermarken im Hof gelagerten Leerkästen geben Zeugnis davon.
Aber dies nur so nebenbei.
Nun war Gruppe Zwei zur Besichtigung dran, während Gruppe Eins hungrig wie Löwen den Bräukeller stürmte. Serviert wurden - und sogar wie erhofft alles auf Kosten des Brauerei-Managements- schüsselweise an jedem Tisch sehr ausreichende Mengen leckerem Kartoffelsalat mit heißem Fleischkäse. Dazu gereicht wurde auch eine ausreichende Menge an Brezeln.
Und gerade hier lag der Hase im Pfeffer.
Es begann damit, dass an einigen Tischen nicht mehr genügend Brezeln (gratis) vorhanden waren. Anfragen in der Küche ergaben, dass sogar eine über die Gästeanzahl hinausgehende Menge an Brezeln (gratis) gereicht wurde. Also begab sich der Vereinsmanager von Tisch zu Tisch, um eventuell einzelnen Tischgruppen zuviel zugeteilte Brezeln (gratis) einzusammeln, um diese den Brezel-"nichthaber" zukommen zu lassen. Schon am ersten Tisch stieß er damit auf erbitterten Widerstand, beanspruchte doch gleich der Erste die letzte im Korb verbliebene Brezel (gratis)
für sich, weil er die seine noch nicht gegessen hatte. Das Angebot,  einen letzten Brocken der Brezel (gratis) abzugeben, lehnte er ab. An vielen anderen Tischen ging es ihm ebenso oder ähnlich. Ärgerliches Gemurmel kam auf und die Stimmung wurde gereizter. Die Rufe nach den (Gratis)-Brezeln wurden lauter. Vermutungen wurden geäußert, dass eventuell die erste Eßgruppe sich zuviel dieser leckeren Backwaren (gratis) einverleibt haben könnte. Natürlich bestritt jeder der beiden Gruppen, mehr als eine Gratisbrezel verzehrt zu haben. Kurz vor einem sich anbahnenden Handgemenge kam urplötzlich Entspannung in die verfahrene Angelegenheit: Der Busfahrer gestand kleinlaut, dass er nach der fünften Flasche (Frei!!)-bier einen plötzlichen Heißhunger auf Brezeln bekam und er sich blitzschnell und klammheimlich eine reingeschoben hätte.
Nun hatte die Meute ihr Opfer und das Brezeldrama nahm doch noch ein versöhnliches Ende. Gruppen Eins und Zwei vereinten sich wieder und bestiegen gemeinsam und friedlich den Bus.
Hier grummelte es zwar immer noch ein wenig, aber so langsam ging auch dies in ein erschöpftes Murmeln über, bis dann schließlich wohlverdiente Nickerchen ganz friedlichere, unverständliche und entspanntere Töne hervorbrachten.
Es war trotzdem ein schöner Tag. Alles war halb so schlimm und allen hat's gut gefallen. Nächstes Jahr gibt's bestimmt wieder einen knallevollen Bus.
Resümee: ............................. Es fehlen halt immer noch ein paar Brezeln. Ob zur Beweisführung nicht doch noch in irgendeiner Hosentasche oder einem Dekolletee ein paar Bretzel-Brösel zu finden gewesen wären?
Vorschlag des Schreibers: Der Verein spendiert zur Jahreshauptversammlung all denen, die leer ausgegangen waren, mindestens eine Gratisbrezel plus Zinsen! Sollten dann aber wieder welche fehlen, ist der Verein aufzulösen. logs_cool.gifhey ?
(Bilder gibts auch keine. Den Fotografen hat alles so mitgenommen, dass er die Kamera nicht mehr halten konnte.)

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