Wanderung um Bad Nauheim
am 12. Juni 2011
Die letzte Wanderung vor der verdienten langen Sommerpause.
Man
hat gesehen: Die Körper sind ausgelaugt, die Köpfe leer, die
Schritte kürzer. Die ansonsten fast tänzerisch anmutig und elegant zu schauende Gangart, die grazile Geschmeidigkeit
in der Trittfolge - wofür gerade
die Büttelborner Naturfreunde weit über die Grenzen hinaus bekannt sind -
haben
merklich nachgelassen oder waren nur noch in Ansätzen zu erkennen.
Selbst in obigem Schluss-Gruppenbild sind die gequälten Bemühungen um freundliches
Lächeln nicht zu übersehen. Nur die Stärksten und die, die ihre Kräfte während
der strapaziösen Saison
richtig
eingeteilt hatten, lassen noch ein fröhliches Leuchten in den Augen erkennen.
Ab jetzt ist Zeit zu regenerieren. Aber halt: Zuvor gilt es aber trotzdem
noch mal die letzten Kräfte zu bündeln. Zum "Auspendeln" oder "Ausschleichen"
sind noch zwei Eintages- Radtouren mit dem Schwierigkeitsfaktor 99 (oder
so) vorgesehen, wobei immerhin noch ein paar deftige Steigungen in Form einiger Bahnübergänge
oder Fluss- und Autobahnbrücken zu überwinden sind.
Während
der dann aber folgenden wohlverdienten Auszeit wird der Vorstand
aber nicht untätig bleiben, sind doch die
Planungen für die neue Saison in Angriff zu nehmen. Dabei werden sicher
ein paar neue
Wanderer hinzu kommen,
einigen anderen wird man keinen Vetrag mehr geben. Man sieht, auch hier geht der Vorstand mit
der Zeit, so ist nun mal das Geschäft. Wie man aus gut informierten Kreisen
hört, soll
es kurz vor Saisonbeginn auch noch zu einem Kurzlehrgang kommen, bei dem u.a. ein
paar neue technische Schrittvarianten einstudiert werden. So werden z. B. neue
Variationen für das Überspringen umgestürzter
Bäume mit Anlauf oder aus dem Stand trainiert. Speziell für die Winterzeit wird elegantes
Fallen auf eisbedeckten Wanderwegen bzw. das Stapfen
durch Moor- oder Schlammgebiete vorgestellt und geprobt werden. Selbst heiteres, freudiges Hüpfen über
frühlingshafte Blumenwiesen wird simuliert. Modifizierte "Vorfahrts- und Überholregeln
beim Zusammentreffen mit anderen Wandergruppen" werden bekannt gegeben. Man
sieht, der Vorstand hat wieder mal
klug, besonnen und vorausschauend geplant, um die neue Saison gut vorbereitet
angehen zu können. Es ist noch viel zu tun. Packen sie´s an. 
Nun aber,
worum es den Lesern eigentlich geht: Zur ernst-, gewissenhaften und nüchternen
Schilderung des Wandertages selbst.
Warum
eine Wandertour gerade in der Umgebung von Bad Nauheim ?
Adam Astheimer war
es, der nach einer Rückenoperation hier in Bad Nauheim zur Rehabilitation weilte.
Wen wundert´s also, dass ihm bei langen Spaziergängen durch das Stadtgebiet, die
Kuranlagen oder Waldgebiete
die Idee kam, den Büttelborner Naturfreunden mal die grosse weite Welt,
die Welt der Reichen und Schönen hier in Bad Nauheim ein wenig näher bringen
zu wollen. Waren doch hier in der Vorzeit schon der Europäische Hochadel, Regenten,
Staatsmänner, Künstler, Industrielle usw. zu Gast. Die Stadt kann sich schmücken mit
Namen wie z. B. Kaiserin Sisi, Otto v. Bismarck, Franklin Roosevelt, Mark Twain,
Marika Röck, Sepp Herberger und vieler, vieler anderer hochkarätiger Persönlichkeiten,
die sich hier in heiße Tücher wickeln ließen und am "feinen Salzwasser"
nippten.
Um die klamme Vereinskasse zu schonen, waren die Naturfreunde
diesmal per Bahn angereist. Was lag also näher, die Wanderung am Bad Nauheimer
Bahnhof beginnen zu lassen. Vorbei am Sprudelbad, kam man bald
zum im Südpark
gelegenen, von herrlichen Blumenbeeten umgebenen Alten Kurhaus, um wenig später
schon eines der Gradierwerke zu erreichen. Nachdem man im Vorbeiwandern heftig
schnuppernd die gesunde Salzluft einsog, ging es auf dem Promenadenweg, begleitet
vom Flüsschen Usa, in südlicher Richtung weiter zur nächsten mächten Saline.
Am hier gelegenen Ludwigsbrunnen -dem Gerücht nach ein Jungbrunnen- hatten die Teilnehmer ein wenig
Zeit, neugierig und hoffnungsvoll
an den Zapfstellen ein paar Hände voll des Wunderwassers zu kosten. (Nach
ersten Umfragen hier im Heimatgebiet der Naturfreunde sind noch keinerlei Auswirkungen
gemeldet worden, weder so noch "so".) Am Stadtrand wandernd kam man
später zu den am Waldgebiet gelegenen idyllischen Teichanlagen. Pünktlich
um zwölf Uhr (wie dahaam beim Middagesse), konnte hier die Brotzeit eingelegt werden. Weil ein Vereinsmitglied einen
runden Geburtstag feiern konnte, machten
auch an diesem Tag ein paar Fäschchen vom Besten die Runde. Gestärkt konnte
es auf verschlungenen Waldwegen
weitergehen zum höchsten Punkt der Wanderung,
dem Johannisberg, wobei am Weg dorthin wunderschöne Ausblicke auf Vogelsberg, Spessart
oder die Frankfurter Skyline zu genießen waren. Ab diesem Wendepunkt ging
es an teils lauschigen Waldwinkeln (woher
kennt man in der Kur
nur solche Plätze?)
vorbei wieder stadtwärts. Am romantisch gelegenen Kurteich, wurde der Kurpark
erreicht. Nach einem letzten Schlenker durch dieses Erholungsgebiet kam
die Gruppe schließlich nach etwa zwölf Kilometern Wegstrecke gegen Nachmittag
zum Abschlußlokal. Nachdem das ausgefallene Mittagessen
verdrückt war, ging es gestärkt wieder zurück ins Ried.
Lieber
Adam, da diesmal die Reise nicht per Bus durchgeführt wurde, fiel auch
der Lobgesang des "Großen Vorsitzenden" für Organisation und Führung der
Wanderung weg. Dies sei hier aber in etwa nachgeholt: Da Du ja immer vorneweg
marschieren mußtest, sind Dir zwangsläufig auch die Kommentare Deiner Wandergruppe nicht
zu Ohren gekommen.
Einhelliger Tenor aber: "Du hast der Truppe einen sehr schönen Wandertag beschert."
Mach
weiter so! ![]()
Schon
am 26. Juni gehts weiter zur Radtour nach Hattersheim ins Rosarium.
Abfahrt
um 10 Uhr am Parkplatz Friedhof.
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