Wanderung
von Neunkirchen zur Kuralpe
am
13. März 2011

Die Wetterfrösche hatten für das Wochenende schönstes Vorfrühlingswetter
prophezeit. Der Samstag war entsprechend, aber an diesem Wandersonntag war es zwar nicht kalt oder regnerisch, aber die Sonne
zeigte sich weniger oder kaum. Trotzdem - dies sei schon mal voraus
gesagt- war es ein sehr schöner Wandertag.
Also war es wiederum ein proppevoller Bus, der vierundfünfzig (wo gibt´s
so etwas sonst noch ?) Büttelborner Naturfreunde in den mittleren Odenwald
führen sollte. Hier hatten die als Wanderführer fungierenden
"Odenwaldspezialisten" Erika und Benni Hoffmann einen recht
abwechslungsreichen Weg von Neunkirchen zur Kuralpe ausgewählt. 
Los ging es zunächst ab Kirche Neunkirchen nordwestwärts durch Waldgebiet zum
kleinen Odenwaldörtchen Lützelbach. Ab hier sollte es in westlicher Richtung
auf dem sogenannten "Alemannenweg" durch wechselvolle Landschaften
über Brandau weitergehen bis Beedenkirchen. Zwischendurch aber wurden an der
"Zugspitzhütte", bei schöner Aussicht auf die Neunkircher
Höhe, erst einmal die Magennerven beruhigt, indem eine ausgiebige Brotzeit
eingelegt wurde. Hierzu gehörten standesgemäß auch einige Fläschchen
Hochprozentiger, wie immer gestiftet aus
Anlässen verschiedenster Art, wie
z. B. etwa Geburtstage, Eiserne
Hochzeiten, Taufen, Ehescheidungen oder weiß der Teufel was alles. Hauptsache
es gab etwas und die Frühstücksbrote mußten nicht so trocken runter gewürgt
werden. Warum aber gibt es hier oben eigentlich einen Alemannenweg? Recherchen
des Schreibers hierüber führten zu keinem Ergebis. Deshalb geht er davon aus,
dass eine Menge noch sichtbarer trockener Pferdeäpfel am Weg darauf schließen
läßt, dass es sich um
einen Handels- oder Wirtschaftsweg dieses Volksstammes
handelte.
Später hinter Brandau kam die
Gruppe zu einem am Wegrand stehenden uralten Steinkreuz, versehen mit
verwitterten eingemeißelten Hiroglyphen und Figuren längst vergangener Zeiten.
Dieses Kreuz ist der Sage nach ein Gedenkstein, der an einen Mord der
besonderen Art erinnern soll. So hätten sich "sellemol" ein
Bäcker und ein Schneider nach einem Streit gegenseitig umgebracht.
Dabei habe dem Vernehmen nach der Bäcker
dem Schneider einen Kräppel in den Hals gesteckt, worauf dieser sich in letzter
Not durch einen gezielten Stich mit einer Stopfnadel revanchierte, worauf beide
dann einträchtig verschieden. (So oder ähnlich hätte es sich halt zutragen
können! ) Eingedenk dieses frevelhaften Ereignisses doch recht geschockt, zogen
die Naturfreunde ein wenig traurig weiter, schließlich aber wieder
aufgemuntert durch herrliche Ausblicke in die umliegenden
Odenwald-Landschaften. Über Waldwege und teils durch Streuobstwiesen wandernd, erreichte
man schließlich
den in einer Senke liegenden Ort Beedenkirchen. Hier trennte
sich die Spreu vom Weizen, indem die "Mühselig- und Beladenen" (Mathäus 11, 28) oder auch "Fußkranken" die
letzten Kilometer bequem mit dem Bus zum Zielort fuhren. Der Rest der Truppe
aber hatte bis dorthin noch eine letzte recht steile und anstrengende
Etappe abzuspulen. (Strafe muß schon sein!)
Hier oben im Landhaus Kuralpe stand später
als Resümee: Wetter o.k., Wegstrecke gut, 12 km genug, Essen und
Trinken einwandfrei.
Zu diesem gelungenen Wandertag den beiden Hoffmännern ein großes Danke.
Am 10. April geht´s wieder mal in die Wetterau. Dieter Nau und Herbert Sahlmüller führen uns am Bischofsstab über die Bonifatiusroute. Unbedingt rechtzeitig anmelden, es ist wieder mit großem Andrang zu rechnen.