Wanderung
am Laacher See (Eifel)
am
8. Mai 2011

Es
steht geschrieben:
"Der See wirkt wie ein großes Auge, das sich im Wandel der
Jahreszeiten und bei wechselnder Witterung ständig verändert. Im Mai
erscheint das Talrund in einem zarten, hellen Grün. Im Sommer zieht das farbige Spiel
von Blüten, Wachsen und Reifen durch das Land und im Herbst bricht die
herbe Schwermut des Vergehens an, die an den Kreislauf der Natur
erinnert und zum Symbol der geschöpflichen Wirklichkeit wird. Der Winter
verleiht dem Seetal mit Kälte und Schnee eine wehmutsvolle Einsamkeit.
Die Wälder strahlen Anmut aus. Hochstämmige Buchen beherrschen das Bild, unterbrochen von Fichten
und Lärchen, am Seerand von hohen Pappeln und
Birken. Jahrhunderte alte Eichen mischen sich in diese Vielfalt. Im Mai und Juni trägt
die Landschaft einen besonders farbigen Schmuck, das »Gold der Eifel«, den Ginster.
Kornblumen, Mohn und Margeriten zieren im Sommer Felder und Wegränder und rotbunte Kühe (s. Bild unten) auf den sattgrünen Weiden am See geben ein
malerisches Bild von stiller Beschaulichkeit.
Der See führt sein Eigenleben mit unterschiedlichen
Fischarten, dichten, schilfbewachsenen und von Seerosen durchzogenen
Uferzonen, die ein Paradies für seltene Wasservögel sind.
Diese Landschaft, in
der Benediktinermönche seit Jahrhunderten leben, ist lebendig. Ihr
Antlitz wandelt sich in den Gezeiten der Natur und des Lebens." 
Als
solches die Wanderführer Reinhold Petri und Harald Mann vernahmen, schnürten
sie ihr Bündel und zogen hinaus in dies gelobte Land hinter den Bergen, wo
Milch und Honig fiesst. Sie ergötzten sich an den Schönheiten dieser Natur und befanden es
für würdig, den Naturfreunden solch Paradies auf Erden zu zeigen.
Sie taten
dies den Oberen des Vereins kund, berichteten von einem unvergesslichen Erlebnis
und baten um
einen Wandertermin für den Wonnemonat Mai.
Da diese Tour als Höhepunkt der Saison
gelten könne, baten die Wanderführer im Vorfeld um höchste Geheimhaltung. Selbst
für die Terminankündigung in der Presse gab es keine Informationen. Da hinter
vorgehaltener
Hand dennoch ein paar Einzelheiten durchsickerten, gab es sogleich ein paar
Anfragen speziell des Honigs, der dort fliessen solle, ob man nicht schon mal ein, zwei leere
Honiggläschen ........ na ja, man wisse schon....... . Auch
hier trat der grosse Rat zusammen und dachte nach. Eingedenk des "Brezelskandals"
letzten Jahres ( siehe Bericht 2010 - Der Brezelkrieg) und
auch des Naturschutzes wegen, gestand man schweren Herzens jedem
Teilnehmer ein Glas zu, war man doch der Meinung, dass es sich hierbei
eh nur um ein Produkt wilder Bienen handele und das Einsammeln fließenden Honigs
nicht ganz problemlos zu bewerkstelligen sei.
Also,
lange Rede, kurzer Sinn.
Als die Spannung dem Höhepunkt zusteuerte,
kam es nun am letzten Sonntag zu dieser Wanderung. Das Geheimnis war gelüftet
und es konnte losgehen.
Siebenundfünfzig
Wanderer hatten frühzeitig einen der begehrten Plätze im Reisebus ergattert, um diese geheimnisvolle
Landschaft in der Eifel zu erkunden. Gleich unterwegs gab Wanderführer Harald
den Teilnehmern erst mal zu verstehen, wo`s lang geht und gab anschließend die
"Modalitäten" für den heutigen Wandertag aus: "Zwei Gruppen
werden gebildet. Eine A-Gruppe wandert über zwölf Kilometer in weitem Bogen
um den See, während eine B-Gruppe ("Fusskranke wäre hier eine -mit Verlaub-
ungern geäußerte bzw. unangemessene Bezeichnung"), über acht
Kilometer auf direktem Uferweg den See umrundet.
Nach Ankunft am Startpunkt
Kloster Maria Lach konnte es nun nach einem kurzen Aufenthalt an den dortigen
Gartenanlagen oder eines Besuchs der Klosterkirche endlich losgehen. Herrliches Sommer-Sonnen-Naturfreundewetter
herrschte, die vorsichtshalber mitgeführten Regenklamotten konnten im Rucksack
verbleiben und "Auf gings". Zunächst erst mal ein wenig waldwärts
bergan, um
oben auf der Höhe gleich einen herrlichen Ausblick auf den im Sonnenlicht gleißenden
Laacher See genießen zu können. Durch einen herrlichen Wald wandernd, mit allen
Attributen ausgestattet,
wie
in der Einleitung schon dargestellt, kam man schliesslich zu einer Lichtung.
Auf Grund der frühen Busabfahrt um 8 Uhr und dass die Büttelborner Wanderer
es gewohnt
sind, dass ihnen punkt 12 Uhr der Magen knurrt um Mittag
zu essen (ob was auf dem Tisch steht oder nicht) war es nun höchste Zeit,
die Wurst- und Käsebrote auszupacken. Angesichts dieses schönen Sommertages
und des schattigen Winkels schmeckte es besonders gut. Mit Bedauern war allerdings
festzustellen, dass es keinen Geburtstag oder ähnliches zu feiern gab. Frisch
gestärkt kam die Gruppe ein paar Kilometer später zum vom "Eifelverein"
erbauten Lydia-Turm, der auf einer 300 m hochgelegen Kuppe als Aussichtspunkt
dient. Wer wollte, konnte hier, nachdem er neunundneunzig Stufen hochgekeucht
war, einen wunderschönen Ausblick rundherum in alle möglichen Himmelsrichtungen
geniessen, was vor ein paar Jahren so nicht möglich
war.
Nachdem ein paar schwachsinnige Vandalen am Turm grossen Schaden angerichtet
hatten, war der dieser für lange Zeit Besuchern nicht zugänglich. Nachdem fleissige
Aktivisten nach ein paar Jahren eine ausreichende Summe eingesammelt hatte,
wurde das Gebäude wieder hergerichtet.
Leider hatte man vergessen, dass
nach diesen paar Jahren der Waldbestand entsprechend gewachsen war und die Aussichten
entsprechend schmälerte. Nun musste nochmals nachgebessert werden, indem man
auf dem Podest einen sieben Meter hohen Holzturm aufsetzte. Heute ist hier oben
die Welt wieder in Ordnung und man kann über den See hinaus bis Westerwald
oder Siebengebirge schauen. Schon bald ging es ab
hier
bergab zum See. Auf abwechslungsreichen Uferpfaden laufend sah man plötzlich
Luftblasen aus dem See hervorsteigen. Entgegen der Annahme, dass hier jemand
gerade sein Leben aushaucht, handelt es sich dabei um sogenannte Mofetten, die
auf vulkanische Aktivitäten im Erdinneren schliessen lassen. Vorbei am historischen
"Fulbertstollen" -ein Bauwerk aus frühen Zeiten zur Seeregulierung-
kam man schliesslich zurück zum Kloster Maria Laach. Hier vereinigten sich die
beiden Gruppen, man bestieg den Bus, um in Mendig zum Wanderabschluss zu kommen.
In der dortigen Gaststätte Klosterbräu gab es außer Braten vom Eifelschwein (was immer das für ein Schwein sein mag) zahlreiche andere deftige Speisen
und alle
Arten Bier aus der eigenen Brauerei.
Lieber
Harald und Reinhold, Ihr habt den Naturfreunde einen sehr schönen Wandertag
spendiert. Im Namen aller zufriedenen Teilnehmer ein "dreifach donnerndes"
Dankeschön.
Übrigens: Bei der Heimfahrt soll eine Teilnehmerin gesichtet
worden sein, die, entgegen der Anordnung des Hohen Rates, zwei Honiggläser
verstaut hat.
Aber ........ beide blieben leer. ![]()
Am 22. Mai treffen sich um 10 Uhr alle
Naturfreunde beim TV Volksradfahren. Dort geht es wieder um die stärkste Teilnehmergruppe
und somit um den Gewinn einer zentnerschweren Flaaschworscht.
Ansonsten geht´s vom
25. bis 29. Mai zur fünf-Tagefahrt nach Han.-Münden und am 12. Juni unter Adam
Astheimers Fuchtel zu einer schönen Wanderung um Bad Nauheim. Also, anmelden
nicht vergessen!