Marokko
Rundreise
vom 1. bis 11. November 2011

Berberstamm
"Marokko hat viele Gesichter".
Darf
man dieser vom marokkanischen Reiseleiter "Assise" oft gebrauchten Redewendung schon
den Reisetag hinzu rechnen, dann hat diese auch für den ersten Tag
der Marokko Reise ihre Gültigkeit.
Vorgesehen für die Anreise der 34
Teilnehmer war vormittags ab Ffm ein Air France-Flug mit Umstieg in Paris nach Casablanca.
Kurzfristig aber war für diesen Tag ein Streik des Personals der Fluggesellschaft
speziell für Frankfurt angesetzt. Also mußte in aller Eile umgeplant werden. Herausgekommen dabei
war um ein Uhr Nachts
eine Busanfahrt zum Flughafen Nürnberg, um ab hier -aus Platzgründen- in zwei Fliegern zum Zwischenstop Paris zu fliegen.
Hier traf man sich nach ein paar Stunden wieder und gemeinsam ging es nun fahrplanmäßig nach Casablanca.
Auf
der Fahrt zum Hotel stellt sich mit launigen Worten der marokkanische Reiseleiter
"Assise" vor, der uns während der ganzen Reisezeit begleiten sollte
und erklärte erst mal in
kurzen Wort die Regularien für den Reise- und Streckenverlauf.
Die
Reise also begann in Casablanca mit einer Führung in der Moschee Hassan II,
benannt nach Hassan dem II., dem vorletzten König Marokkos. Diese gilt
nach der wichtigsten und größten "al-Haram Moschee" in Mekka als das zweitgrößte
Gotteshaus der muslimischen Welt.
Auf der Fahrt am Atlantik
in südwestlicher Richtung zum Etappenort Esquira bekam man erste Eindrücke der vielfältigen
marokkanischen Landschaft.
Unterwegs, zwischen und in den Reisezielen Marrakesch,
Quarzazate, Erfoud, Fez, Rabat und Casablanca besuchte man Shuks
und Medinas, Parks und Gärten, Kasbas, Mausoleen, Moscheen und Königspaläste
und
bekam anschaulichen Unterricht über das politische, feudalistische und
kulturelle Leben in Marokko. Aber auch karge Landschaften und einfachste
Dorfgemeinschaften mit ärmlichen Behausungen gaben Zeugnis der hierin
in Armut lebenden Bevölkerung, die teilweise noch ohne Strom, Leitungswasser,
ärztliche Versorgung
oder Schulen auskommen muß. An Straßen und auf Feldern sieht man Esel über Esel als Zug-, Reit- und Packtier. Schafe, Ziegen und ein
paar Kühe, immer auf der Suche nach ein paar spärlichen Halmen, dienen der seltenen
Nahrungsergänzung
mit Fleisch zu "Kus Kus" oder ähnlichen Gerichten. Auf den Esels- ,
Schafs- oder sonstigen Handels- und Verkaufsmäkten herrschte reges Treiben der einheimischen Bevölkerung
in Kaftanen und fast martialisch wirkenden Turbanen aller Farben und Ausführungen. Fast belustigend für Touristenaugen
die zum Kaftan gehörenden Zipfelmützen, ähnlich denen der rassistisch amerikanischen
Ku-Klux-Klan-Bewegung
des letzten Jahrhunderts. Der Schafshandel hatte während der ersten
Reisewoche
Hochkonjunktur, stand doch das höchste Fest der Mohamedaner, das Hammelfest,
an. Während dieses dreitägigen Festes hat jede Familie einen Hammel zu schlachten
und in der Reihenfolge der Festtage dessen Fleisch -angefangen beim Kopf- nach besimmten Riten zu verzehren. Dies
alles gründet sicherlich auf die Praktiken der Opfergabe der frühen mohamedanischen
Religion. Auf den Landstrassen und Plätzen konnte man dieserhalb zahlreiche Eselsgespanne
oder andere Gefährte mit Hammeln beladen beobachten.
Die Reisegruppefuhr durch grandiose weite
Landschaften, unterbrochen von Tälern und Felschluchten gigantischen Ausmaßes.
Überraschend auftauchende leuchtend grüne Oasen, bewachsen mit Palmen
oder anderen tropischen Gewächsen, wurden aufgesucht und teils auch
durchwandert. Von den Bewohnern wird hier zur Nahrungsversorgung jedes
freie Fleckchen Land mit dem Anbau von Gemüsen oder Beerenträuchern
genutzt.
Im südöstlichsten Teil der Rundreise bei Erfoud wurde der Gruppe
die Möglichkeit geboten, am "Kamelrennen" in der Wüste teilzunehmen,
von der auch ein großer Teil Gebrauch machte. Der eleganteste Reiter erhielt einen Schuh voll Wüstensand. Die ganz Schlauen erstiegen -meist
auf den Knien- die Dünenkämme, holten sich hier aber mindestens zwei Schuhe
voll Wüstensand. ![]()
In den Stadtzentren konnten die Teilnehmern der Reisegruppe
in einfachen Werkstätten den handwerklichen Künsten der verschiedensten
Berufsgruppen zuschauen oder in den Shuks die bunte Angebotsvielfalt der
Händler bestaunen. Von angrenzenden Höhen genoss man wunderschöne Ausblicke
hinunter in die Weiten der Städte mit ihren eng gegrenzten Hausgruppenn der
Altstädte bzw. Medinas. Bei der 2300 Meter hohen Passüberquerung des
mit über 4000 Meter hohen Atlas-Gebirges gab es bei
herrlichstem Sonnenschein schon Schnee im Überfluss, so daß man
gerne mal ein Sonnenbad genommen hätte.
Ein besonderes Erlebnis war
auf einem bewaldeten Hochplateau eine für Nordafrika einmalig vorkommende
Ansiedlung einer Affengruppe, die am Strassenrand beständig um ein paar Leckerbissen
bettelt.
Um die Leser dieses Berichtes nicht allzusehr mit Reiseeindrücken
zu nerven, soll an dieser Stelle doch noch von ein paar persönlichen Erlebnissen
der besonderen Art berichtet werden:
Nachdem der Reiseleiter Anfangs
der Reise erklärt hatte, dass man bei Käufen in Shuks oder auf Märkten handeln
sollte, da dies zur Geschäftskultur in Afrika gehöre, sollte davon natürlich
auch Gebrauch gemacht werden. Bei regnerischem Wetter auf dem "Jemaa
el-Fna" (Platz der Gehenkten)
in Marrakesch wollte nun auch ein Teilnehmer (nennen wir ihn einfach mal D.
N.) bei einem Strassenhändler nach obiger Prämisse einen Regenschirm erstehen.
Er feilschte routiniert hin und her, bis ihm der Verkäufer entnervt und unter
dicken Tränen ob der vermutlichen Bedürftigkeit des Käufers für den anfangs verlangten
Preis von ungefähr fünf Euro einen Rabatt von umgerechnet etwa 12/13 Kopeken einräumte.
Mit Handschlag wurde der Kauf getätigt. Abends, bei einem regnerischen Kutschenkorso in
die Innenstadt, pries besagter Käufer noch in höchsten Tönen seinen listig erkämpften Schnäppchendeal,
bis beim Ausstieg aus der Kutsche ein leichtes Lüftchen der Windstärke 0,00 unter das Hemd
des Schirmes fuhr und den Feilscher in die Höhe zog, um aber sofort
völlig zerfetzt den stolzen Schnäppchenjäger auf den Boden der Tatsachen zurückfallen
ließ. Ob hier Allah seine Hand im Spiel hatte?
Ach, lassen wir´s hier
doch genug sein. Es gäbe noch viel zu berichten, aber wenns zu lang wird, fallen
dem Leser die Augen zu und alles weitere wäre für die Katz.
Fazit der Reise nach
den Worten des Reiseleiters Assise: "Marokko hat viele Gesichter".
"Leben und leben lassen."
Die Teilnehmer der Reisegruppe können
dies nur bestätigen. Es ist ein wunderschönes vielfältiges Land mit grandiosen Landschaften
und einer außergewöhnlichen Kultur.
Assise, - übrigend ein kompetenter
Kenner Deutschlands, hier besonders der Bundesliga, die er jeden Samstag
im Fernsehen interessiert verfolgt- Du warst ein großartiger Reiseleiter
und hast uns Deine Heimat in angenehmer Art und Weise näher gebracht.
Die Naturfreunde
Büttelborn bedanken sich herzlichst.
Das Wort zum Sonntag (von Assise): "Die
Marokkaner mögen deutsche Frauen, sie sind blond, aber ein bischen fett müssen
sie schon sein."

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2. Nov. / Casablanca - Essaouira
3. Nov. / Essaouira - Marrakesch
4. Nov. / Marrakesch
5. Nov. / Marrakesch - Quarzazate
6. Nov. / Quarazate - Erfoud
7. Nov. / Erfoud Wüste
8. Nov./ Erfoud - Fez
9. Nov. / Fez
10. Nov. / Fes - Casablanca
Ein paarPersonenfotos
Fotos: H. Trott u. B. Bierach