Vergügungsfahrt am 27. August 2011

               Niederrhein – Landschaft zwischen Braunkohleabbau und Gartenkunst                             
        
Am 27. August starteten die Büttelborner Naturfreunde zu ihrem jährlichen Ausflug. Diesmal ging es an den Niederrhein. 50 Personen fanden sich frühmorgens bei strömendem Regen zur Abfahrt ein. Karl Winkelmann, der mit Helmut Bopp die Tour vorbereitet und organisiert hatte, gab im Bus die ersten Informationen zum Tagesablauf und versprach besseres Wetter, aber niemand glaubte ihm. Erstes Ziel war das Zentrum des niederrheinischen Braunkohletagebau im Städtedreieck Köln - Aachen – Mönchengladbach in Garzweiler, hier werden drei Viertel der deutschen Braunkohle gefördert. Im dortigen Informationszentrum erhielten wir eine kurze Einführung und danach begann eine 2 ½ stündige Rundfahrt durch das Braunkohlerevier. Die Vorhersagen unseres Wettergottes Karl trafen ein, denn wie auf Bestellung hörte der Regen auf. In drei treppenförmig angelegten Flözen tragen 20 riesige Schaufelradbagger - bis zu 240m lang, 96 m hoch, 13000 Tonnen schwer, 4 Personen Bedienungspersonal - den Abraum aus Löss, Kies, Ton und Sand ab, um an die Braunkohle zu kommen. Mehr als 10 Dörfer fielen den Schaufelbagger zum Opfer, weitere werden folgen; 35.000 Menschen mussten bereits umsiedeln. Jährlich werden 100 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, die überwiegend zur Stromerzeugung genutzt werden. Der Abraum kommt in die bereits ausgekohlten Teile des Tagebaus und dient der Rekultivierung.

Durch ein bereits kultiviertes Gebiet mit Seen, reichlich Wald und offener Landschaft ging es zum Wasserschloss Dyck, das sein barockes Gesicht im 17. Jahrhundert erhielt. Rings um das Schloss, auf vier Inseln verteilt, befindet sich ein englischer Landschaftsgarten. Verschlungene Wege, alte Baumgruppen und Sträucher geben immer wieder neue Sichtachsen frei. Gegenüber, im Dycker Feld, konnten in einem Labyrinth aus Schilf 20 versteckte Gärten in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Themen gefunden werden. Tipps und Anregungen für den eigenen Garten lieferten die Mustergärten, die um ein Cafe´ angeordnet waren. Hier gingen viele Naturfreunde nach der geführten Besichtigungstour bei einem Stück Kuchen und Kaffee zum gemütlichen Teil des Tages über.

Eine kurze Busfahrt führte die Gruppe zu der Schlussrast nach Jülchen. Bei angeregter Unterhaltung und Diskussionen, gutem Essen und manch belebendem Getränk ging wieder ein schöner, interessanter Ausflug zu Ende. Darüber waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Abend bei der Heimfahrt im Bus einig.
Bericht:
Ludwig Hofmann
Bilder:   Jürgen Riemer
Die nächste Wanderung findet am 25. September statt. Die Tour führt -entgegen der Angaben im Programmheft- von Miltenberg über die Engelburg nach Groß-Heubach.
Für eine B-Gruppe gibt es eine kürzere Strecke in der Umgebung von Miltenberg.
Diese Gruppe wird am Nachmittag von Miltenberg zum Wanderabschluss nach Groß-Heubach gefahren.
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