Radelwoche am Müritzsee
vom 25.07. bis 01. 08.2004

Herrliches Wetter in einer herrlichen Landschaft.
Unter diesen Vorzeichen gestaltete sich die Radelwoche der Büttelborner Naturfreunde in der Mecklenburgischen Seenplatte.
Sonntags, auf der Bushinreise mit  Zwischenhalt zu Stadtrundgang- und Fahrt in der Hauptstadt Berlin, goß es noch aus düsteren Regenwolken. Das konnte die Reiseteilnehmer aber nicht erschüttern, hatten doch die Wetterfrösche für die kommenden Tage herrliches Sommerwetter vorausgesagt. Und so sollte es dann auch kommen.

Dreiunddreißig froh gestimmte Radler bezogen am Abend das im Nordwesten des Müritzsees in Klink direkt am Wasser gelegene Hotel Müritz, das für eine Woche Ausgangspunkt ihrer Unternehmungen sein sollte.
Auf dem Programm standen geführte Radtouren in alle Himmelsrichtungen um den Müritzsee; allein dem Norden vorbehalten blieb eine Busreise Richtung Ostsee.
Die einheimischen Radführer Ernst und Hermann führten die Gruppe zunächst an die Ostseite des Sees. Über die "Hauptstadt" Waren mit seinen wunderschön restaurierten Hafenanlagen und Altstadtgassen kam man  in Federow im Müritz-Nationalpark zu einer Fischadler-Aufzuchtstation. Auf Bildschirmen hatte man die Möglichkeit, die Adler in ihren Horsten zu beobachten. Auf dem Käflingsbergturm genoß man herrliche Weitsicht ins Müritzgebiet. Entlang von mit Seerosen übersäten Kanälen kam man zum Bolter Kanal und genoß ab hier die Rückfahrt per Schiff.

Die Tour an der Westseite des Sees war wiederum geprägt von Natur pur. Wiesengründe, Getreidefelder, und versteckt hinter riesiegen Kastanien und Linden gelegene Dörfer waren dominierend zum Endziel Mirow am Südende des Sees.
Zur Mittagspause in Röbel nahmen viele Teilnehmer die Gelegenheit wahr den Kirchturm zu besteigen, um besonders die Route des Vortages aus der Ferne nachzuvollziehen.

Eine andere Fahrt führte zum westlich gelegenen Plauer See. Hier besichtigte man am nahe gelegenen Drewitzer See zunächst mal Honeckers früheres Jagdreich. An einem  für hessische Verhältnisse großen umwaldeten Seengebiet konnte man die Wochenendvilla des einstigen Staatsfürsten besichtigen, die heute als Feriendomizil dient. Selbst  frühere Klassenfeinde können heute hier entspannen. Das ganze Gebiet war bis zur Wende selbstverständlich für die Arbeiter- und Bauernschar gesperrt.
Eine kleine Episode: Nach der Abfahrt von hier fehlte ein Teilnehmer. Es stellte sich heraus, daß er urplötzlich in der Toilette der Villa eingesperrt war. Später wurde in der Gruppe gemunkelt, dass hier eine versprengte Stasieinheit nochmals zugeschlagen hätte. Nach kurzen, aber scharfen Verhören sei er dann freigekommen. Der Betroffene bestritt diese Gerüchte. Aber an jedem Gerücht soll ja meistens etwas dran sein!!!! Über Alt-Schwerin und anderen schönen Flecken ging es an Plau vorbei zum südlichen Endziel Bad Stuer.

Vorbei am Kölpinsee führte eine andere Fahrt zum Damerower Werder, einem Wisentgehege. Hier wird durch gezielte Zucht für den Fortbestand dieser Tierart in Deutschland gesorgt. Auch auf dieser Fahrt nur Postkartenmotive.

Mit dem Bus ging es an die Ostsee. Erstes Ziel war Rostock. Bei einer Stadtführung erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes und Interessantes über die Ostseemetropole. Die Mittagszeit verbrachte man im Ostseebad Warnemünde an Leuchtturm,  Stränden und  Hafenanlagen. Über den Darß -einer Ostseehalbinsel- , mit Aufenthalt im Künstlerdorf Ahrenshoop, ging es durch wiederum herrliche Landschaften und vorbei an riesigen Weizen- und Rapsfeldern zurück nach Klink.

An einem anderen Tag führte uns der Reiseleiter nach Neubrandenburg. Hier gab er uns Einblicke in die Geschichte der Stadt und zeigte uns die Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die Stadtmauer mit ihren vier Toren und den in die Mauer integrierten Wiekhäuser (ehemalige Wehrhäuser). Eindruck hinterließ auch die imposante Konzertkirche.
Wieder auf den Rädern, kam man, am Tollensesee vorbei, nach Alt-Reese, einem im Wald versteckten Ort mit unrühmlicher Vergangenheit. War doch hier während der Nazizeit die Reichsärzteschule angesiedelt, wo regimetreuen deutschen Ärzten die "Lehre" der Euthanasie und anderer Greueltaten beigebracht wurde.
In einem idyllischen Gasthaus hatte der Reiseveranstalter für die Gruppe zur Mittagsrast ein Spanferkelessen organisiert.
Später wurde die Völlerei bestraft: Die Heimfahrt war die beschwerlichste der ganzen Woche. Über teils sandige Waldwege ging es bergan, bergab, die die Teilnehmer recht ins Schnaufen brachte. Recht so!!!

Abschlußabend war in einer für diese Landschaft typischen Fischräucherei bei Forelle und Aal satt, Bier und härteren Sachen. Ein heimischer Schifferklavierspieler brachte Schwung in die Gruppe. Als die Stimmung überzuschäumen drohte, war aber dann Feierabend.
Im Hotel ging´s weiter beim "Danz op de Deel". Selbst die "Stillen im Lande" konnten sich der Stimmung nicht entziehen.

Mit der Heimreise am Sonntag nahm wieder eine wunderschöne Radelwoche in einer wunderschönen Landschaft ihr Ende, in der die Naturfreunde rund 250 Km runterstrampelten. Sie reihte sich nahtlos ein in die erlebnisreichen Wochen wie z.B. in Masuren oder der Tour "Wien - Budapest".
Es gäbe noch vieles zu berichten über diese Reise, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Fazit: Mecklenburg-Vorpommern ist immer eine Reise wert.

Die Bilder stellte freundlicherweise die Fam. Hans Best zur Verfügung